Warum dein Tattoo-Stecher nicht über Laserbarkeit spricht – und was du vor dem nächsten Stechen wissen solltest

Veröffentlicht am 19.01.2026 | Zurück zur Übersicht

Es ist ein Tabuthema im Tattoo-Studio: Kaum ein Tätowierer spricht von sich aus darüber, wie gut oder schlecht sich ein bestimmtes Motiv später per Laser entfernen lässt. Das ist verständlich – schließlich möchte niemand seinen Kunden schon vor dem Stechen Zweifel säen. Doch genau diese Information kann Jahre später Gold wert sein.

In unserer Praxis in Kreuzlingen erleben wir regelmäßig, wie überrascht Menschen sind, wenn sie erfahren, dass ihr scheinbar simples Tattoo sich als besonders hartnäckig entpuppen kann. Dabei hätte eine einzige Frage beim Stechen bereits Klarheit geschaffen.

Warum Tattoo-Artists nicht über Entfernung sprechen

Die meisten Tätowierer sind Künstler, keine Dermatologen oder Laser-Spezialisten. Ihr Fokus liegt auf Ästhetik, Technik und dem bestmöglichen Ergebnis auf der Haut – nicht auf dem hypothetischen Fall, dass du dein Tattoo eines Tages wieder loswerden möchtest.

Hinzu kommt: Wer würde schon gerne in seinem eigenen Studio über das Scheitern einer Entscheidung sprechen? Das wäre, als würde ein Autohändler direkt beim Verkauf über den späteren Wiederverkaufswert philosophieren. Trotzdem ist genau diese Information wichtig – denn Tattoos sind eine langfristige Entscheidung, die sich ändern kann.

Was viele Tattoo-Studios nicht erwähnen

Es gibt bestimmte Aspekte, die in der Beratung oft unerwähnt bleiben, obwohl sie für eine spätere Laser-Entfernung entscheidend sind:

  • Farbwahl: Türkis, Hellgrün und Pastelltöne gelten als extrem schwer entfernbar – selbst mit modernen Lasern wie dem PicoSure.
  • Stichtiefe: Zu tief gestochene Tattoos sitzen dichter an Blutgefäßen und sind schwerer zu behandeln.
  • Tintenqualität: Billige oder selbst gemischte Tinten können unvorhersehbare Pigmente enthalten, die auf Laserbehandlung kaum reagieren.
  • Motivgröße und Dichte: Großflächige, dicht geschwärzte Bereiche brauchen deutlich mehr Sitzungen als filigrane Linien.
  • Hauttyp: Auf dunkler Haut sind manche Farben riskanter – sowohl beim Stechen als auch beim Lasern.

Die Farben, die am meisten Probleme machen

Wenn du planst, dir ein buntes Tattoo stechen zu lassen, solltest du wissen: Nicht alle Farben sind gleich. Während Schwarz und dunkle Blautöne mit dem PicoSure-Laser sehr gut entfernbar sind, stellen andere Pigmente echte Herausforderungen dar.

Besonders problematisch: Hellgrün, Türkis, Gelb, Weiß und bestimmte Pastelltöne. Diese Farben reflektieren das Laserlicht teilweise oder absorbieren es nur unzureichend – das bedeutet: Viele Sitzungen, hohe Kosten und oft kein perfektes Ergebnis.

In unserer Praxis am Bodensee sehen wir regelmäßig wunderschöne, farbenfrohe Tattoos, bei denen einzelne Farbtöne einfach nicht verschwinden wollen – selbst nach acht oder zehn Behandlungen. Das ist keine Frage der Technik, sondern pure Physik.

Was du den Tattoo-Stecher fragen solltest

Bevor du dich stechen lässt, kannst du mit ein paar gezielten Fragen viel Klarheit gewinnen – auch wenn der Tätowierer vielleicht keine Laser-Expertise hat:

  • „Welche Tintenmarke verwendest du – und wie gut lässt die sich später entfernen?"
  • „Gibt es Farben in meinem Motiv, die als schwer entfernbar gelten?"
  • „Wie tief stichst du normalerweise – und was bedeutet das für eine eventuelle Laser-Entfernung?"
  • „Hast du schon mal von Kunden gehört, die deine Arbeiten entfernen lassen wollten?"
  • „Würdest du mir von bestimmten Farben abraten, wenn ich mir die Option offenhalten will, das Tattoo später zu lasern?"

Diese Fragen sind nicht unhöflich – sie zeigen, dass du verantwortungsbewusst mit deinem Körper umgehst. Gute Tätowierer werden das respektieren.

Warum PicoSure trotzdem der Goldstandard ist

Auch wenn nicht jede Farbe spurlos verschwindet: Der PicoSure-Laser ist aktuell die effektivste Methode, um Tattoos zu entfernen. Im Vergleich zu älteren Lasertechnologien (wie Q-Switch-Lasern) arbeitet PicoSure mit ultrakurzen Pikosekunden-Impulsen, die Farbpigmente deutlich feiner zertrümmern.

Das bedeutet: Weniger Hitze, weniger Narbenrisiko, schnellere Heilung – und selbst schwierige Farben wie Grün oder Blau lassen sich damit besser behandeln als je zuvor. In unserer Praxis in Kreuzlingen setzen wir deshalb ausschließlich auf diese Technologie.

Der beste Zeitpunkt, um über Entfernung nachzudenken

Klingt paradox, ist aber wahr: Der beste Moment, um über Tattoo-Entfernung nachzudenken, ist vor dem Stechen. Nicht, weil du dein Motiv nicht lieben sollst – sondern weil du informiert entscheiden kannst.

Wenn du zum Beispiel weißt, dass türkise Akzente später kaum entfernbar sind, kannst du dich vielleicht für ein dunkleres Blau entscheiden. Oder du wählst bewusst ein Design, das sich notfalls leichter covern oder aufhellen lässt.

Das ist kein Pessimismus – das ist Voraussicht.

Was du tun kannst, wenn es schon zu spät ist

Falls du bereits ein Tattoo hast, das schwer entfernbare Farben enthält, gibt es trotzdem Optionen:

  • Teilentfernung: Manchmal reicht es, nur problematische Farbflächen zu behandeln, um das Tattoo insgesamt aufzuhellen.
  • Aufhellung für ein Cover-Up: Selbst hartnäckige Farben lassen sich oft so weit verblassen, dass ein neues Motiv darüber gestochen werden kann.
  • Realistische Erwartungen: Mit dem PicoSure-Laser lassen sich selbst schwierige Fälle deutlich verbessern – auch wenn nicht immer eine 100%ige Entfernung möglich ist.

Wir beraten dich in unserer Praxis ehrlich und transparent, was in deinem Fall realistisch ist – ohne falsche Versprechen.

Fazit: Wissen ist Macht – auch beim Tätowieren

Tattoo-Stecher sind Künstler, keine Laser-Experten. Sie müssen nicht über Entfernung sprechen – aber du darfst danach fragen. Eine einzige Frage vor dem Stechen kann dir später Monate an Behandlung und Tausende Franken sparen.

Und wenn du bereits ein Tattoo hast, das du bereust oder verändern möchtest: Wir helfen dir mit modernster PicoSure-Technologie, realistische Lösungen zu finden – egal, welche Farben im Spiel sind.

Du hast Fragen zu deinem Tattoo? Vereinbare ein unverbindliches Beratungsgespräch in unserer Praxis in Kreuzlingen am Bodensee – wir schauen uns dein Motiv an und besprechen, was möglich ist.