Warum dein Tattoo an manchen Stellen schneller verschwindet als an anderen – Die Rolle der Hautdurchblutung bei der Laser-Entfernung

Veröffentlicht am 15.01.2026 | Zurück zur Übersicht

Du hast vielleicht schon davon gehört: Manche Tattoos lassen sich deutlich schneller entfernen als andere. Viele denken dabei sofort an die Farbe, das Alter der Tätowierung oder die Qualität der Tinte. Doch es gibt einen weiteren, oft unterschätzten Faktor, der massiv beeinflusst, wie schnell dein Tattoo verschwindet: die Körperstelle. Genauer gesagt: die Durchblutung an dieser Stelle.

In unserer Praxis in Kreuzlingen erleben wir es täglich: Ein Tattoo am Oberarm reagiert oft nach drei bis vier PicoSure-Sitzungen bereits deutlich sichtbar, während ein identisches Motiv am Fuß oder Knöchel nach der gleichen Anzahl Behandlungen kaum Veränderung zeigt. Warum ist das so? Die Antwort liegt tief in deinem Körper – in deinem Lymph- und Kreislaufsystem.

Wie funktioniert Tattooentfernung eigentlich auf biologischer Ebene?

Wenn der PicoSure-Laser auf dein Tattoo trifft, zerlegt er die Farbpigmente in winzige Partikel. Diese Partikel sind so klein, dass dein Immunsystem sie erkennen und abtransportieren kann. Doch hier beginnt der entscheidende Prozess: Die zertrümmerten Pigmente müssen über das Lymphsystem und die Blutbahn aus deinem Körper geschleust werden.

Je besser eine Körperstelle durchblutet ist, desto aktiver ist auch das Lymphsystem in diesem Bereich. Und genau das macht den Unterschied zwischen einer schnellen und einer langsamen Tattooentfernung aus.

Welche Körperstellen sind am besten durchblutet?

Nicht alle Bereiche deines Körpers sind gleich gut mit Blutgefäßen versorgt. Hier eine Übersicht, sortiert nach der typischen Entfernungsgeschwindigkeit:

Schnelle Entfernung (gute Durchblutung)

  • Oberarme und Schultern: Diese Bereiche haben eine hervorragende Durchblutung und reagieren meist sehr gut auf die Laserbehandlung.
  • Oberschenkel und Gesäß: Große Muskelgruppen sorgen für eine aktive Blutzirkulation.
  • Brust und Rücken: Zentrale Körperregionen mit guter Versorgung.
  • Nacken: Ebenfalls gut durchblutet, allerdings manchmal empfindlicher beim Lasern.

Mittlere Entfernungsgeschwindigkeit

  • Unterarme: Gut durchblutet, aber nicht ganz so optimal wie Oberarme.
  • Waden: Hier gibt es bereits mehr Varianz, abhängig von Muskelmasse und individueller Durchblutung.
  • Bauch: Je nach Körperbau unterschiedlich, meist im mittleren Bereich.

Langsame Entfernung (schlechtere Durchblutung)

  • Hände und Finger: Wenig Fett- und Muskelgewebe, die Durchblutung ist deutlich reduziert.
  • Füße und Knöchel: Besonders problematisch, da diese Bereiche oft am weitesten vom Herzen entfernt sind und die Schwerkraft den Lymphfluss erschwert.
  • Handgelenke: Ähnlich wie Hände – dünnes Gewebe, wenig Durchblutung.
  • Rippenbereich: Überraschend langsam, da hier oft wenig Muskel- und Fettgewebe vorhanden ist.

Was bedeutet das für deine Tattooentfernung?

Wenn du ein Tattoo an einer schlecht durchbluteten Stelle hast, bedeutet das nicht, dass es nicht entfernt werden kann. Es bedeutet lediglich, dass du realistisch mit mehr Sitzungen rechnen solltest. Ein Tattoo am Knöchel kann durchaus acht bis zehn Sitzungen benötigen, während ein vergleichbares Motiv am Oberarm bereits nach fünf bis sechs Behandlungen deutlich verblasst ist.

Das ist auch der Grund, warum pauschale Aussagen wie „Dein Tattoo ist nach sechs Sitzungen weg" oft nicht zutreffen. Die Körperstelle spielt eine mindestens genauso wichtige Rolle wie Farbe, Tiefe und Alter der Tätowierung.

Kann ich die Durchblutung verbessern, um den Prozess zu beschleunigen?

Ja, tatsächlich gibt es einige Maßnahmen, die du ergreifen kannst, um deinen Körper bei der Tattooentfernung zu unterstützen:

Regelmäßige Bewegung

Sport kurbelt die Durchblutung an und aktiviert das Lymphsystem. Besonders Ausdauersport wie Joggen, Radfahren oder Schwimmen im Bodensee (im Sommer natürlich nur mit ausreichendem Sonnenschutz auf der behandelten Stelle!) kann helfen. Wichtig: Direkt nach der Laserbehandlung solltest du für 48 Stunden auf intensiven Sport verzichten.

Viel Wasser trinken

Dein Lymphsystem braucht Flüssigkeit, um die zertrümmerten Pigmente effektiv abzutransportieren. Mindestens zwei Liter Wasser täglich sind ideal.

Massagen

Sanfte Lymphdrainage-Massagen können den Abtransport der Pigmente unterstützen. Aber Vorsicht: Nicht direkt auf der frisch gelaserten Haut massieren! Erst nach vollständiger Abheilung und nach Rücksprache mit uns.

Gesunde Ernährung

Antioxidantien und Vitamine unterstützen dein Immunsystem. Besonders Vitamin C und E fördern die Hautregeneration.

Rauchen vermeiden

Nikotin verengt die Blutgefäße und verschlechtert die Durchblutung massiv. Raucher brauchen im Durchschnitt 20 bis 30 Prozent mehr Sitzungen als Nichtraucher.

Warum der PicoSure trotzdem der Gamechanger ist

Auch wenn die Durchblutung eine wichtige Rolle spielt: Der PicoSure-Laser hat gegenüber älteren Technologien einen entscheidenden Vorteil. Er arbeitet mit extrem kurzen Pikosekunden-Impulsen, die die Farbpigmente in noch kleinere Partikel zertrümmern als herkömmliche Nanosekunden-Laser. Das bedeutet: Selbst an schlecht durchbluteten Stellen sind die Partikel so winzig, dass dein Körper sie leichter abtransportieren kann.

In unserer Praxis in Kreuzlingen nutzen wir den PicoSure genau aus diesem Grund. Bei Tattoos an schwierigen Stellen wie Füßen oder Händen macht sich dieser technologische Vorsprung besonders bemerkbar. Die Behandlungen sind effektiver, und die Abstände zwischen den Sitzungen können optimal genutzt werden.

Was du bei deinem ersten Termin wissen solltest

Wenn du zu uns in die Praxis kommst, schauen wir uns nicht nur dein Tattoo an, sondern auch genau die Körperstelle. Andreas Baumgärtner erklärt dir transparent, wie viele Sitzungen realistisch sind – basierend auf der Durchblutung, der Farbe, der Tiefe und der Größe des Tattoos.

Gerade bei Tattoos an ungünstigen Stellen ist Ehrlichkeit wichtig. Wir möchten nicht, dass du nach drei Sitzungen enttäuscht bist, weil noch wenig passiert ist. Stattdessen planen wir von Anfang an realistisch – und freuen uns gemeinsam über jeden sichtbaren Fortschritt.

Lokale Besonderheiten in Kreuzlingen und am Bodensee

Viele unserer Patienten kommen aus der gesamten Bodensee-Region – aus Konstanz, aus der Schweiz und sogar aus Österreich. Die Nähe zum See bringt einen kleinen Vorteil mit sich: Viele Menschen hier sind sportlich aktiv, gehen schwimmen, wandern oder fahren Rad. Das unterstützt die Durchblutung auf natürliche Weise.

Gleichzeitig müssen wir im Sommer besonders auf Sonnenschutz achten. Wer sein Tattoo am Knöchel lasern lässt und dann in Sandalen am Seeufer spaziert, riskiert Pigmentstörungen. Deshalb betonen wir bei jedem Termin: Sonnenschutz ist Pflicht, besonders in den ersten Wochen nach der Behandlung.

Fazit: Geduld zahlt sich aus – auch an schwierigen Stellen

Die Durchblutung ist ein entscheidender, aber oft übersehener Faktor bei der Tattooentfernung. Wenn dein Tattoo an einer schlecht durchbluteten Stelle sitzt, brauchst du mehr Geduld – aber das Ergebnis ist trotzdem erreichbar. Mit dem PicoSure-Laser, einem gesunden Lebensstil und realistischen Erwartungen kommst du ans Ziel.

In unserer Praxis in Kreuzlingen begleiten wir dich Schritt für Schritt durch diesen Prozess. Wir nehmen uns Zeit für deine Fragen, erklären dir genau, was in deiner Haut passiert, und passen die Behandlung individuell an deine Situation an. Denn jedes Tattoo ist anders – und jeder Körper auch.