Warum manche Tattoos sich leichter entfernen lassen als andere

Veröffentlicht am 09.12.2025 | Zurück zur Übersicht

Immer wieder kommt diese Frage im Erstgespräch: "Wie viele Sitzungen brauche ich denn?". Die ehrliche Antwort? Das hängt von so vielen Faktoren ab, dass selbst wir als erfahrene Praxis manchmal überrascht werden. Manche Tattoos verschwinden schneller als erwartet, andere brauchen Geduld. Aber das ist kein Zufall.

Die Farbe macht den Unterschied

Schwarze und dunkelblaue Tattoos sind die Klassiker – und zum Glück auch die unkompliziertesten. Der PicoSure-Laser arbeitet sich durch diese Pigmente regelrecht durch. Warum? Weil dunkle Farben das Laserlicht besonders gut aufnehmen. Sie absorbieren die Energie, zerspringen in winzige Partikel und werden vom Körper abtransportiert.

Knifflig wird es bei hellen Farben wie Gelb, Hellgrün oder Türkis. Diese reflektieren bestimmte Wellenlängen einfach. Rot und Orange liegen irgendwo dazwischen – machbar, aber oft braucht es ein paar Sitzungen mehr. Bei uns in Kreuzlingen sehen wir das besonders bei älteren Tattoos mit verblassten Farben: Was auf der Haut kaum noch sichtbar ist, kann trotzdem hartnäckig sein.

Alter des Tattoos: Ältere sind oft kooperativer

Viele denken, ein frisches Tattoo lässt sich leichter entfernen. Tatsächlich ist es oft umgekehrt. Ein 10 oder 15 Jahre altes Tattoo hat bereits einen natürlichen Abbauprozess hinter sich. Die Farbe ist schon teilweise verblasst, die Pigmente liegen nicht mehr so dicht. Der Laser hat sozusagen weniger Arbeit.

Frische Tattoos dagegen haben satte, tief eingebrachte Pigmente. Sie brauchen meist mehr Geduld. Wir empfehlen ohnehin, mindestens sechs bis zwölf Monate zu warten, bevor man mit der Entfernung startet – schon allein, weil die Haut sich vollständig regenerieren sollte.

Die Qualität des ursprünglichen Tattoos

Ein professionell gestochenes Tattoo ist oft gleichmäßiger in der Tiefe und Farbverteilung. Das klingt paradox, erleichtert aber die Laserbehandlung. Wir wissen genau, womit wir es zu tun haben. Bei Hobby-Tattoos oder Knast-Tätowierungen – ja, die sehen wir auch ab und zu – ist die Pigmentverteilung unregelmäßig. Mal zu tief, mal zu oberflächlich. Das macht die Behandlung unberechenbar.

Auch Cover-Ups sind eine Herausforderung. Mehrere Farbschichten übereinander bedeuten: mehr Arbeit für den Laser, mehr Sitzungen, mehr Geduld. Aber machbar ist fast alles.

Deine Hautfarbe und dein Hauttyp

Hellere Hauttypen haben beim Lasern einen Vorteil. Der Kontrast zwischen Haut und Tattoo-Pigment ist größer, der Laser kann gezielter arbeiten. Bei dunkleren Hauttypen muss man vorsichtiger vorgehen, um Pigmentveränderungen zu vermeiden. Der PicoSure ist hier im Vorteil, weil er mit kürzeren Impulsen arbeitet und weniger Hitze erzeugt – trotzdem brauchen wir manchmal etwas mehr Zeit.

Körperstelle: Näher am Herzen = schneller weg

Klingt esoterisch, ist aber Biologie. Tattoos an Stellen mit guter Durchblutung – Brust, Oberkörper, Oberarme – lassen sich oft schneller entfernen. Warum? Weil dein Körper die zertrümmerten Pigmente über das Lymphsystem abtransportieren muss. Je besser die Durchblutung, desto effizienter klappt das.

Tattoos an Händen, Füßen oder Unterschenkeln brauchen dagegen mehr Sitzungen. Die Durchblutung ist dort einfach geringer. Wir sehen das auch bei Kundinnen und Kunden aus der Bodenseeregion immer wieder: Das Knöchel-Tattoo braucht Geduld, während das Schulterblatt-Motiv schon nach vier Sitzungen kaum noch zu sehen ist.

Dein Immunsystem spielt mit

Eigentlich macht der Laser nur den ersten Schritt – er zertrümmert die Pigmente. Den Rest übernimmt dein Immunsystem. Wer gesund lebt, nicht raucht, genug schläft und sein Immunsystem nicht überlastet, hat bessere Chancen auf einen zügigen Erfolg.

Rauchen zum Beispiel verengt die Blutgefäße und verlangsamt den Heilungsprozess. Wir sagen das nicht gerne, aber es ist einfach so: Raucher brauchen im Schnitt mehr Sitzungen. Auch chronische Erkrankungen oder Medikamente können den Prozess beeinflussen.

Größe und Dichte des Tattoos

Ein kleines Datum am Handgelenk? Meist in drei bis fünf Sitzungen Geschichte. Ein großflächiges Rücken-Tattoo mit vielen Details? Das wird zum Marathon. Je mehr Fläche, je dichter die Pigmente, desto mehr Arbeit hat der Laser. Logisch, aber oft unterschätzt.

Was du selbst beeinflussen kannst

Du hast keinen Einfluss auf das Alter deines Tattoos oder die Körperstelle. Aber du kannst einiges tun, um den Prozess zu unterstützen:

  • Halte die Abstände zwischen den Sitzungen ein. Dein Körper braucht Zeit, um die Pigmente abzutransportieren. Wir empfehlen mindestens 8 bis 12 Wochen Pause.
  • Schütze die behandelte Stelle vor Sonne. UV-Strahlen können die Haut schädigen und den Heilungsprozess stören. Sonnencreme mit LSF 50+ ist Pflicht – auch im Winter am Bodensee.
  • Trink genug Wasser. Das Lymphsystem arbeitet besser, wenn du gut hydriert bist.
  • Beweg dich. Leichte Bewegung fördert die Durchblutung und den Abtransport der Pigmente.
  • Vermeide Nikotin. Zumindest in den Wochen nach der Behandlung.

Realistische Erwartungen sind wichtig

Wir erleben es immer wieder: Jemand kommt mit einem bunten Unterarm-Sleeve und hofft auf drei Sitzungen. Das ist unrealistisch. Ein komplexes, farbiges Tattoo braucht oft zehn oder mehr Behandlungen. Das heißt nicht, dass es nicht funktioniert – es dauert eben.

Im Erstgespräch bei uns in Kreuzlingen schauen wir uns dein Tattoo genau an. Wir machen keine falschen Versprechungen, sondern geben dir eine ehrliche Einschätzung. Manche Tattoos sind nach fünf Sitzungen verschwunden, andere brauchen zwölf. Aber in den allermeisten Fällen sehen wir deutliche Fortschritte.

Fazit: Geduld zahlt sich aus

Jedes Tattoo ist anders – und jeder Körper auch. Schwarz auf heller Haut, gut durchblutete Stelle, älteres Tattoo? Sehr gute Voraussetzungen. Buntes Cover-Up am Knöchel? Das wird länger dauern. Aber egal, wo du startest: Mit dem richtigen Laser, einem erfahrenen Team und realistischen Erwartungen kommst du ans Ziel.

Falls du dir unsicher bist, wie dein Tattoo sich verhalten wird – komm vorbei. Wir schauen es uns gemeinsam an und besprechen, was realistisch ist. Ohne Druck, ohne Verkaufsgespräch. Einfach ehrlich.