Als Andreas Baumgärtner mir bei meiner Erstberatung in der Praxis in Kreuzlingen sagte, dass mein kleines Tattoo am Handgelenk vermutlich länger brauchen würde als das große Tribal auf meinem Oberarm, war ich überrascht. Beide waren schwarz, beide etwa gleich alt – aber die Körperstelle macht tatsächlich einen massiven Unterschied. Hier erfährst du, warum manche Tattoos regelrecht davonfliegen, während andere sich Zeit lassen.
Die Anatomie der Tattooentfernung: Warum dein Körper nicht überall gleich arbeitet
Bei der Laser-Tattooentfernung mit dem PicoSure-Laser werden Farbpigmente in winzige Partikel zerschossen. Soweit die Theorie. Aber dann muss dein Körper diese Partikel auch abtransportieren – und genau hier kommt die Körperstelle ins Spiel. Nicht alle Bereiche deines Körpers sind gleich gut durchblutet, haben die gleiche Lymphdrainage oder die gleiche Hautdicke. Diese drei Faktoren bestimmen maßgeblich, wie schnell dein Tattoo verschwindet.
Die Durchblutung sorgt dafür, dass Immunzellen zur behandelten Stelle gelangen. Das Lymphsystem transportiert die zerkleinerten Farbpartikel ab. Und die Hautdicke beeinflusst, wie tief die Tinte sitzt und wie gut der Laser sie erreicht. In manchen Körperregionen arbeiten diese drei Faktoren perfekt zusammen – in anderen eher träge.
Die Champions: Körperstellen mit Turbo-Entfernung
Wenn du Glück hast und dein Tattoo an einer dieser Stellen trägst, kannst du mit vergleichsweise schnellen Ergebnissen rechnen. Der Oberarm, die Schulter und der obere Rücken gehören zu den absoluten Favoriten bei der Tattooentfernung. Warum? Diese Bereiche sind hervorragend durchblutet, haben eine aktive Lymphdrainage und eine ideale Hautstruktur. Viele Patienten sehen hier schon nach 4-6 Sitzungen deutliche Erfolge.
Auch die Brust und der Oberschenkel reagieren meist gut auf die Behandlung. Diese Zonen profitieren von großen Muskelgruppen darunter, die für gute Durchblutung sorgen, und von relativ dicker Haut, die mechanische Belastungen gut verkraftet. Der PicoSure-Laser arbeitet hier besonders effektiv, weil die Haut die schnellen Impulse optimal aufnimmt.
Die Geduldsprobe: Körperstellen, die sich Zeit lassen
Jetzt wird es interessant – und manchmal frustrierend. Tattoos an Händen, Füßen, Knöcheln und Fingern gehören zu den hartnäckigsten Kandidaten. Diese Bereiche liegen weit vom Herzen entfernt, die Durchblutung ist deutlich schwächer, und das Lymphsystem arbeitet hier weniger aktiv. Außerdem bewegen wir diese Körperteile ständig, was die Heilung zwischen den Sitzungen erschweren kann.
Besonders tückisch: der Unterarm und das Handgelenk. Hier ist die Haut dünner, die Tinte sitzt oft näher an Knochen und Sehnen, und der Abtransport der Farbpartikel dauert länger. Was am Oberarm in 6 Sitzungen verschwunden wäre, braucht hier möglicherweise 8-10 Behandlungen. Das liegt nicht am Laser oder an der Technik – sondern schlicht an der Biologie deines Körpers.
Auch der Nacken, die Kniekehle und die Innenseite der Oberarme können sich als geduldige Kandidaten erweisen. Hier kommt oft noch hinzu, dass die Haut empfindlicher reagiert und längere Pausen zwischen den Sitzungen nötig sind.
Der Bodensee-Faktor: Warum Kreuzlingen ein idealer Ort für Tattooentfernungen ist
In unserer Praxis am Bodensee sehen wir viele Patienten aus der Schweiz, Deutschland und Österreich. Viele kommen gerade wegen der ruhigen Lage – denn Stress und Hektik beeinflussen tatsächlich auch die Heilung. Ein entspannter Gemütszustand fördert die Durchblutung und damit den Erfolg der Behandlung. Andreas Baumgärtner nimmt sich bei jedem Termin Zeit, die individuelle Körperstelle zu analysieren und realistische Erwartungen zu setzen. Das verhindert Enttäuschungen und sorgt für einen entspannten Behandlungsverlauf.
Hautfarbe und Hauttyp: Der unterschätzte Faktor
Neben der Körperstelle spielt auch dein Hauttyp eine Rolle. Hellere Haut reflektiert die Laserstrahlen anders als dunklere – der PicoSure-Laser ist hier aber besonders vorteilhaft, weil er mit sehr kurzen Impulsen arbeitet und dadurch auch bei dunkleren Hauttönen sicherer einsetzbar ist. Trotzdem reagiert die Haut an verschiedenen Körperstellen unterschiedlich: An der Innenseite der Arme ist sie oft heller und dünner als am Rücken.
Auch die Sonnenexposition spielt eine Rolle. Tattoos an Stellen, die häufig der Sonne ausgesetzt sind – wie Unterarme, Hände oder Nacken – können durch UV-Strahlung verändert sein, was die Entfernung beeinflussen kann. Gerade am Bodensee, wo viele Menschen viel Zeit draußen verbringen, ist das ein wichtiger Punkt. Vor und nach jeder Sitzung gilt: Sonnenschutz ist Pflicht.
Wie du die Entfernung beschleunigen kannst – egal an welcher Stelle
Auch wenn du die Anatomie deines Körpers nicht ändern kannst, gibt es Dinge, die du tun kannst, um den Prozess zu unterstützen. Bewegung fördert die Durchblutung und das Lymphsystem – ein täglicher Spaziergang am Bodensee-Ufer kann tatsächlich helfen, die Farbpartikel schneller abzutransportieren. Achte aber darauf, die behandelte Stelle nicht zu überlasten, besonders in den ersten Tagen nach der Sitzung.
Ausreichend Wasser trinken unterstützt das Lymphsystem. Viele unserer Patienten unterschätzen das: Dein Körper braucht Flüssigkeit, um die zerkleinerten Pigmente auszuscheiden. Zwei bis drei Liter täglich machen einen spürbaren Unterschied. Außerdem: Vermeide Rauchen. Nikotin verengt die Blutgefäße und verlangsamt die Heilung – gerade an ohnehin schlecht durchbluteten Stellen wie Händen und Füßen kann das die Behandlung unnötig in die Länge ziehen.
Was du von deiner ersten Sitzung erwarten kannst
Beim ersten Termin in unserer Praxis analysiert Andreas Baumgärtner nicht nur das Tattoo selbst, sondern auch die Körperstelle. Er erklärt dir ehrlich, was realistisch ist und wie viele Sitzungen du einplanen solltest. Gerade wenn dein Tattoo an einer schwierigen Stelle sitzt, ist diese Aufklärung wichtig – niemand möchte nach der dritten Sitzung enttäuscht sein, weil die Erwartungen zu hoch waren.
Die gute Nachricht: Auch hartnäckige Stellen sprechen auf den PicoSure-Laser an. Es dauert nur länger. Und mit der richtigen Nachsorge, genügend Geduld und professioneller Begleitung kommst du auch bei einem Knöchel-Tattoo ans Ziel. Der Weg ist vielleicht länger – aber er führt ans Ziel.
Warum manche Patienten trotzdem an schwierigen Stellen schneller Erfolge sehen
Es gibt immer Ausnahmen. Manche Menschen haben von Natur aus eine bessere Lymphdrainage, ein stärkeres Immunsystem oder eine besonders reaktive Haut. Wenn du sportlich bist, nicht rauchst, viel trinkst und gesund lebst, können auch schwierige Körperstellen schneller reagieren. Umgekehrt kann ein Oberarm-Tattoo bei jemandem mit schlechter Durchblutung oder geschwächtem Immunsystem länger brauchen als erwartet.
Deshalb ist jede Tattooentfernung individuell. In Kreuzlingen nehmen wir uns die Zeit, deinen Körper, deine Lebensumstände und deine Ziele zu verstehen. Nur so können wir einen realistischen Plan entwickeln – und dich sicher ans Ziel bringen, egal wo dein Tattoo sitzt.