Warum dein Tattoo-Stecher nicht weiß, wie die Laser-Entfernung funktioniert – und warum das für dich wichtig ist

Veröffentlicht am 23.01.2026 | Zurück zur Übersicht

Stell dir vor: Du sitzt im Tattoo-Studio, zeigst auf ein buntes Design an der Wand und fragst nebenbei: „Und wenn's mir irgendwann nicht mehr gefällt – lässt sich das gut entfernen?" Die Antwort, die du bekommst, klingt oft ziemlich vage: „Klar, mit Laser geht das heute", oder „Schwarz kriegst du gut weg, bei Farben wird's schwieriger." Klingt nach Fachwissen? Ist es aber meist nicht.

Die Wahrheit ist: Die meisten Tattoo-Künstler haben keine vertieften Kenntnisse über Laser-Tattooentfernung. Das ist keine Kritik an ihrem Können – es liegt einfach daran, dass Stechen und Entfernen zwei völlig unterschiedliche Fachbereiche sind. Und diese Wissenslücke kann für dich als Kunden zum Problem werden, wenn du eines Tages vor der Entscheidung stehst, dein Tattoo wieder loszuwerden.

Warum Tattoo-Künstler keine Laser-Experten sind

Das Handwerk des Tätowierens erfordert künstlerisches Talent, präzise Technik und tiefes Wissen über Hautstrukturen, Farbmischungen und Stichtiefen. Aber die Ausbildung zum Tattoo-Artist beinhaltet normalerweise keinen einzigen Kurs über Laser-Physik, Photoakustik oder Lymphsystem-Funktion – die Grundlagen der modernen Tattooentfernung.

Ein Tätowierer lernt, wie er Pigmente dauerhaft in die Dermis einbringt. Ein Laser-Spezialist lernt, wie er diese Pigmente wieder aufspaltet und dem Körper zur Ausscheidung freigibt. Das sind zwei komplett unterschiedliche Prozesse mit unterschiedlichen physikalischen Grundlagen.

Die Perspektive ist eine andere

Für einen Tattoo-Künstler ist das Ziel, dass dein Tattoo für immer hält. Er wählt Farben, Tiefen und Techniken so, dass das Motiv dauerhaft und kräftig bleibt. Die Frage „Wie bekomme ich das wieder raus?" steht dabei nicht im Fokus – sie widerspricht sogar der ursprünglichen Intention.

In unserer Praxis in Kreuzlingen erleben wir regelmäßig, dass Kunden überrascht sind, wenn wir ihnen erklären, warum bestimmte Farbkombinationen oder Stichtechniken die Entfernung erschweren. Diese Informationen hatten sie vor dem Stechen nie erhalten – nicht aus böser Absicht, sondern weil sie einfach nicht zum Wissenskanon im Tattoo-Studio gehören.

Veraltetes Wissen über Laser-Technologie

Viele Tätowierer geben ihr Wissen über Laser-Entfernung weiter, das sie irgendwann mal aufgeschnappt haben – oft von Kollegen oder aus zweiter Hand. Das Problem: Die Laser-Technologie hat sich in den letzten Jahren massiv weiterentwickelt.

Was vor zehn Jahren noch galt („Grün kann man nicht entfernen", „Du brauchst mindestens 15 Sitzungen"), ist mit modernen Systemen wie dem PicoSure-Laser längst überholt. Der PicoSure arbeitet mit ultrakurzen Pikosekunden-Impulsen, die selbst hartnäckige Farben wie Türkis oder Violett deutlich effektiver aufspalten als ältere Q-Switch-Laser.

Doch diese Fortschritte sind in der Tattoo-Szene oft noch nicht angekommen – weil es einfach nicht zum täglichen Arbeitsbereich gehört.

Was dein Tattoo-Stecher wirklich über Entfernung weiß

Es gibt natürlich Ausnahmen: Einige Tattoo-Künstler interessieren sich aktiv für das Thema Entfernung, besuchen Fortbildungen oder arbeiten sogar mit Laser-Praxen zusammen. Aber die Mehrheit verlässt sich auf Hörensagen und allgemeine Aussagen wie:

  • „Schwarze Tinte geht am besten weg"
  • „Farben sind schwierig"
  • „Es dauert lange und tut weh"
  • „Billige Tinte lässt sich schlechter entfernen"

Diese Aussagen sind nicht völlig falsch – aber sie sind zu pauschal und berücksichtigen nicht die individuellen Faktoren, die bei der Entfernung eine Rolle spielen: Hauttyp, Körperstelle, Alter des Tattoos, verwendete Farbpigmente, Tiefe der Tinte und vor allem die eingesetzte Laser-Technologie.

Das Problem mit pauschalen Aussagen

Wenn dir jemand sagt „Das kannst du eh nicht entfernen", basiert das oft auf Erfahrungen aus der Zeit vor PicoSure und anderen modernen Technologien. Tatsächlich können wir heute auch Farben behandeln, die früher als nahezu unlösbar galten.

Gleichzeitig gibt es Tattoos, bei denen die Entfernung tatsächlich sehr aufwendig ist – zum Beispiel bei extrem dichten Cover-Ups mit mehreren Farbschichten oder bei sehr tief gestochenen Amateur-Tattoos. Diese Feinheiten kann ein Tattoo-Künstler ohne spezifisches Laser-Wissen aber nicht beurteilen.

Warum das für dich vor dem Stechen wichtig ist

Wenn du überlegst, dir ein Tattoo stechen zu lassen, solltest du dir bewusst sein: Dein Tattoo-Künstler kann dir keine verlässliche Einschätzung zur späteren Entfernbarkeit geben. Er kann dir sagen, welche Farben auf deiner Haut gut zur Geltung kommen und wie das Motiv mit der Zeit altern wird – aber nicht, wie es sich in fünf oder zehn Jahren lasern lässt.

Das bedeutet nicht, dass du auf bestimmte Farben oder Stile verzichten solltest. Aber es bedeutet, dass du informierte Entscheidungen treffen solltest, wenn dir die spätere Entfernbarkeit wichtig ist.

Diese Fragen solltest du dir vor dem Stechen stellen

  • Würde ich dieses Tattoo auch in 10 oder 20 Jahren noch tragen wollen?
  • Wie sichtbar soll das Tattoo sein? (Hals, Hände, Unterarme sind beruflich oft kritisch)
  • Welche Farben werden verwendet – und sind mir die Risiken bei einer möglichen Entfernung bewusst?
  • Ist der Tätowierer erfahren und arbeitet er mit hochwertigen Farben?
  • Habe ich verstanden, dass auch das beste Tattoo möglicherweise eines Tages verblassen oder sich verändern kann?

Es geht nicht darum, dir Angst zu machen. Es geht darum, dass du mit realistischen Erwartungen in den Tattoo-Termin gehst – und nicht davon ausgehst, dass „man das ja notfalls wieder weglasern kann".

Was wir in der Praxis erleben: Typische Situationen

In unserer Praxis in Kreuzlingen, direkt am Bodensee, behandeln wir täglich Menschen, die sich mit der Realität ihrer Tattoos auseinandersetzen. Viele erzählen uns ähnliche Geschichten:

„Mein Tätowierer meinte, das geht easy wieder weg." Diese Aussage hören wir oft – meist bei großflächigen, mehrfarbigen Tattoos, die tatsächlich 8 bis 12 Sitzungen brauchen und mehrere tausend Franken kosten. Die Entfernung ist machbar, aber alles andere als „easy".

„Ich dachte, die Farbe wäre kein Problem." Besonders bei Pastellfarben, Weiss oder sehr hellen Tönen kommt es oft zu Überraschungen. Diese Farben können durch den Laser oxidieren und vorübergehend dunkler werden – ein Effekt, den viele Tattoo-Künstler nicht kennen.

„Das sollte eigentlich ein Cover-Up werden." Oft kommen Kunden zu uns, weil ihr Tätowierer ihnen ein Cover-Up vorgeschlagen hat – ohne zu erwähnen, dass eine vorherige Aufhellung per Laser das Ergebnis deutlich verbessern könnte. Bei dunklen Altlasten unter einem neuen Motiv ist das Risiko groß, dass am Ende beide Tattoos durchscheinen.

Kommunikation zwischen zwei Welten

Wir arbeiten gerne mit Tattoo-Studios zusammen, die ihre Kunden bei Unsicherheiten oder Entfernungswünschen an uns verweisen. Einige Künstler schicken uns sogar vorab Fotos von geplanten Cover-Ups und fragen, ob eine Laser-Vorbehandlung sinnvoll wäre. Das ist professionell und im Interesse des Kunden.

Leider ist das aber noch die Ausnahme. Oft genug erleben wir, dass Kunden zwischen Tattoo-Studio und Laser-Praxis hin- und hergeschickt werden, ohne dass wirklich jemand die volle Verantwortung übernimmt.

Was du tun kannst, wenn du unsicher bist

Wenn du aktuell ein Tattoo planst und dir Gedanken über die spätere Entfernbarkeit machst, gibt es eine einfache Lösung: Hol dir eine zweite Meinung von einer Fachpraxis.

In unserer Praxis in Kreuzlingen bieten wir auch Beratungen für Menschen an, die noch kein Tattoo haben, aber vorab wissen möchten, worauf sie achten sollten. Wir schauen uns das geplante Motiv, die Farbwahl und die Körperstelle an und geben dir eine ehrliche Einschätzung, wie aufwendig eine mögliche Entfernung wäre.

Das ist keine Panikmache – im Gegenteil: Viele verlassen die Praxis mit einem guten Gefühl, weil sie jetzt wissen, dass ihr Wunschmotiv im Ernstfall gut behandelbar wäre.

Was eine Beratung vor dem Stechen beinhalten kann

  • Einschätzung der Entfernbarkeit basierend auf Farben, Motiv und Körperstelle
  • Aufklärung über moderne Laser-Technologien wie PicoSure
  • Realistische Zeitrahmen und Kosten für eine mögliche Entfernung
  • Tipps, worauf du beim Stechen achten solltest (z. B. Qualität der Farben)
  • Informationen über Alternativen wie Teil-Entfernung oder Aufhellungen für Cover-Ups

Unser Ziel ist nicht, dir das Tattoo auszureden. Unser Ziel ist, dass du eine informierte Entscheidung triffst – mit realistischem Blick auf alle Optionen.

Fazit: Zwei Welten, ein gemeinsames Ziel

Dein Tattoo-Künstler ist Experte für das Stechen – und das ist auch gut so. Aber wenn es um die Entfernung geht, fehlt ihm schlichtweg das spezialisierte Wissen über Laser-Physik, Hautreaktionen und moderne Technologien wie den PicoSure-Laser. Das ist keine Schwäche, sondern einfach eine andere Fachrichtung.

Für dich als Kunde bedeutet das: Verlass dich nicht blind auf pauschale Aussagen wie „Das kriegst du easy wieder weg" oder „Farben gehen sowieso nicht". Hol dir lieber eine professionelle Einschätzung von jemandem, der sich täglich mit Laser-Entfernungen beschäftigt.

In unserer Praxis in Kreuzlingen nehmen wir uns Zeit für deine Fragen – egal ob du bereits ein Tattoo hast, eines planst oder einfach nur neugierig bist. Denn am Ende geht es darum, dass du dich in deiner Haut wohlfühlst – mit oder ohne Tattoo.

Du möchtest mehr erfahren oder hast Fragen zu deinem geplanten oder bestehenden Tattoo? Vereinbare gerne einen unverbindlichen Beratungstermin bei uns in Kreuzlingen. Wir freuen uns darauf, dich kennenzulernen.