Stell dir vor, du stehst kurz vor deinem neuen Tattoo. Du hast das Motiv ausgewählt, den Termin gemacht, die Vorfreude steigt. Aber eine Frage stellt dir dein Tattoo-Stecher wahrscheinlich nicht: „Hast du eigentlich daran gedacht, wie schwer sich diese Farbe später entfernen lässt?"
Klingt absurd? Ist aber Realität. In unserer Praxis in Kreuzlingen sehen wir täglich Tattoos, die mit wenigen Vorab-Informationen entweder gar nicht erst entstanden wären – oder zumindest anders gestaltet worden wären. Dieser Artikel zeigt dir, warum das Thema Laserbarkeit im Tattoo-Studio oft unter den Tisch fällt und was du unbedingt vorher wissen solltest.
Warum sprechen Tattoo-Stecher nicht über Entfernung?
Die Antwort ist einfach: Es ist nicht ihr Job. Tattoo-Künstler sind darauf spezialisiert, permanente Kunstwerke zu schaffen – nicht darüber nachzudenken, wie man sie wieder loswird. Viele sehen es sogar als kontraproduktiv an, über Entfernung zu sprechen, weil es die Euphorie vor dem Stechen dämpfen könnte.
Dazu kommt: Die wenigsten Tattoo-Stecher haben tiefes Wissen über Lasertechnologie. Sie kennen sich mit Nadeln, Tinte und Hautstruktur aus – aber nicht unbedingt damit, wie sich verschiedene Pigmente unter einem PicoSure-Laser verhalten.
Das Problem? Du als Kunde triffst eine lebenslange Entscheidung, ohne alle Informationen zu haben. Und wenn du Jahre später in unsere Praxis am Bodensee kommst, höre ich oft den Satz: „Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich es anders machen lassen."
Die 5 wichtigsten Dinge, die dein Tattoo-Stecher dir nicht sagt
1. Nicht alle Farben sind gleich schwer zu entfernen
Schwarze und dunkelblaue Tinte sind die dankbarsten Farben für eine Laserbehandlung. Sie absorbieren nahezu alle Wellenlängen und lassen sich mit modernen Lasern wie dem PicoSure in der Regel sehr gut entfernen.
Problematisch werden:
- Hellgrün und Türkis: Diese Farben reflektieren viele Laserwellenlängen und brauchen oft doppelt so viele Sitzungen wie Schwarz.
- Gelb und Pastelltöne: Schwer zu treffen, weil sie wenig Kontrast zur Haut bieten.
- Deckweiss: Oft mit Titanoxid versetzt, das sich kaum auflösen lässt.
Wenn dein Tattoo-Stecher dir ein farbenfrohes Motiv mit viel Gelb und Türkis empfiehlt, solltest du dir im Klaren sein: Im Fall einer späteren Entfernung wird das teuer und zeitintensiv.
2. Die Qualität der Tinte macht einen riesigen Unterschied
Hochwertige Tattoo-Tinten enthalten gleichmässig grosse Pigmente und kaum Zusatzstoffe. Sie lassen sich deutlich besser lasern als Billig-Tinten, die oft ungleichmässig in der Haut verteilt sind oder Metallverbindungen enthalten.
Frag im Studio explizit nach, welche Tinten verwendet werden. Seriöse Tattoo-Künstler können dir Marke und Zusammensetzung nennen. Wenn du ein vages „Das ist professionell" als Antwort bekommst, sei vorsichig.
3. Die Tiefe der Tinte entscheidet über den Aufwand
Ein erfahrener Tattoo-Stecher arbeitet gleichmässig in der mittleren Hautschicht (Dermis). Unerfahrene Stecher oder billige Studios stechen oft zu tief oder zu flach – beides macht die Entfernung komplizierter.
Zu tiefe Tinte braucht mehr Sitzungen, weil der Laser tiefer eindringen muss. Zu flache Tinte kann vernarben oder unregelmässig verblassen. Im Zweifelsfall: Investiere lieber mehr Geld in einen guten Stecher, als später noch mehr in die Entfernung zu zahlen.
4. Kleine Details verschwinden schwerer als klare Linien
Feine Schattierungen, Watercolor-Effekte oder mikroskopisch kleine Details sehen toll aus – sind aber eine Herausforderung für den Laser. Warum? Weil die Tinte diffus und unregelmässig verteilt ist.
Klare, schwarze Linien hingegen lassen sich gezielt ansprechen. Wenn du also schon beim Stechen überlegst, dass du das Motiv eventuell irgendwann wieder loswerden willst, wähle ein Design mit klaren Konturen statt verwaschenem Aquarell-Look.
5. Die Stelle am Körper beeinflusst die Entfernung massiv
Tattoos an gut durchbluteten Stellen (Oberarme, Oberschenkel, Rücken) lassen sich schneller entfernen, weil das Immunsystem die zertrümmerten Pigmente effizienter abtransportiert.
Schwierig sind:
- Hände und Finger (schlechte Durchblutung)
- Füsse und Knöchel (langsame Heilung)
- Rippenbereich (dünne Haut, wenig Fettgewebe)
Wenn dein Stecher dir ein grosses Tattoo auf dem Fussrücken empfiehlt, ohne dich darauf hinzuweisen, dass die Heilung dort kompliziert ist, fehlt dir wichtige Information.
Was du vor dem Stechen unbedingt tun solltest
Sprich das Thema Entfernung aktiv an
Ja, es fühlt sich seltsam an, beim Termin für dein neues Tattoo über Entfernung zu sprechen. Aber genau das macht dich zu einem informierten Kunden. Seriöse Tattoo-Künstler werden deine Frage respektieren und ehrlich antworten – oder zugeben, dass sie keine Expertise dazu haben.
Lass dich beraten – auch bei uns
Du musst nicht erst ein fertiges Tattoo haben, um zu uns nach Kreuzlingen zu kommen. Wir bieten auch Vorab-Beratungen an: Du zeigst uns dein geplantes Motiv, wir sagen dir ehrlich, welche Farben und Stellen später Probleme machen könnten.
Das kostet dich eine halbe Stunde Zeit – kann dir aber Tausende Franken und viele Sitzungen ersparen.
Wähle einen erfahrenen Stecher
Je professioneller das Tattoo gestochen wurde, desto einfacher ist eine spätere Entfernung. Das klingt paradox, ist aber Fakt: Saubere Linienführung, gleichmässige Tiefe und hochwertige Tinte machen den Unterschied.
Denk langfristig – auch bei spontanen Ideen
Viele Tattoos entstehen aus einer Laune heraus. Das ist okay. Aber selbst bei spontanen Entscheidungen kannst du clever sein: Wähle eine Körperstelle, die gut durchblutet ist. Vermeide extrem helle Farben. Geh nicht ins erstbeste Billig-Studio.
Warum der PicoSure-Laser dein bester Freund ist – falls du es doch bereust
Falls du diesen Artikel liest, weil du bereits ein Tattoo hast, das du bereust: Es gibt Hoffnung. Der PicoSure-Laser, den wir in Kreuzlingen verwenden, ist der derzeit modernste Weg, Tattoos zu entfernen.
Im Gegensatz zu älteren Lasern arbeitet er mit extrem kurzen Lichtimpulsen (Picosekunden = Billiardstel Sekunden), die die Farbpigmente regelrecht pulverisieren, statt sie nur zu erhitzen. Das bedeutet:
- Weniger Sitzungen als bei alten Technologien
- Bessere Ergebnisse auch bei schwierigen Farben
- Geringeres Risiko für Narben oder Pigmentstörungen
Aber auch der beste Laser kann nicht zaubern. Ein schlecht gestochenes, farbenfrohes Tattoo an einer schlecht durchbluteten Stelle wird immer aufwendiger zu entfernen sein als ein professionelles schwarzes Motiv am Oberarm.
Fazit: Wissen ist Macht – auch beim Tätowieren
Dein Tattoo-Stecher ist kein Feind. Er ist Künstler, nicht Laserspezialist. Aber du selbst kannst dafür sorgen, dass du informiert entscheidest. Auch wenn du dir heute sicher bist, dass dein Tattoo für immer bleiben soll: Das Leben ändert sich. Jobs ändern sich. Beziehungen ändern sich.
Wir in Kreuzlingen am Bodensee sehen jeden Tag Menschen, die sich wünschen, sie hätten vor dem Stechen ein paar einfache Dinge gewusst. Dieser Artikel soll dir helfen, genau das zu vermeiden.
Wenn du Fragen hast – egal ob du gerade ein Tattoo planst oder schon eines entfernen lassen willst – melde dich bei uns. Andreas Baumgärtner und unser Team nehmen sich Zeit für ehrliche Beratung. Ohne Verkaufsdruck, dafür mit Fachwissen und Erfahrung aus hunderten erfolgreichen Behandlungen.