Warum dein Tattoo-Stecher dir nicht die ganze Wahrheit über Farben gesagt hat – und was das für die Entfernung bedeutet

Veröffentlicht am 28.12.2025 | Zurück zur Übersicht

Als Andreas Baumgärtner vor einigen Jahren begann, in seiner Praxis in Kreuzlingen Tattoos zu entfernen, fiel ihm schnell ein Muster auf: Kunden mit schwarzen Tribals waren meist nach vier bis fünf Sitzungen zufrieden. Doch wer ein buntes Watercolor-Tattoo oder ein Porträt mit vielen Farbnuancen loswerden wollte, brauchte deutlich länger – und war oft frustriert.

Der Grund dafür liegt nicht in der Technik oder im Können des Behandlers. Er liegt in der Chemie der Tattoo-Tinten selbst. Und genau darüber sprechen viele Tattoo-Stecher vor dem Stechen nicht – weil es in dem Moment einfach keine Rolle spielt. Bis man das Tattoo wieder loswerden möchte.

Warum manche Farben sich problemlos entfernen lassen – und andere nicht

Tattoo-Tinten bestehen aus Pigmenten, die in unterschiedlichen Größen und mit unterschiedlichen chemischen Strukturen in die Haut eingebracht werden. Der PicoSure-Laser arbeitet mit ultrakurzen Lichtimpulsen, die diese Pigmente in winzige Partikel zertrümmern – so klein, dass das körpereigene Immunsystem sie abtransportieren kann.

Doch nicht alle Farben reagieren gleich auf Laserlicht. Schwarz und dunkle Blautöne absorbieren nahezu alle Wellenlängen und lassen sich deshalb am effektivsten behandeln. Grüntöne sprechen gut auf die spezielle 755-Nanometer-Wellenlänge des PicoSure an. Doch dann wird es kompliziert:

  • Gelb und helle Orangetöne: Reflektieren viel Licht und absorbieren nur wenig Energie. Sie benötigen oft deutlich mehr Sitzungen.
  • Hellblau und Türkis: Je heller, desto schwieriger. Diese Farben enthalten oft Titanoxid, das sich hartnäckig hält.
  • Weiß: Die größte Herausforderung. Weiße Pigmente können durch Laserbehandlung sogar dunkler werden – ein Phänomen, das als „Oxidation" bekannt ist.
  • Neon- und UV-Farben: Enthalten oft besonders komplexe chemische Verbindungen. Hier ist Geduld gefragt.

In der Praxis bedeutet das: Ein schwarzes Schriftzug-Tattoo auf dem Unterarm lässt sich in der Regel deutlich schneller und vollständiger entfernen als ein buntes Blumen-Sleeve mit vielen Pastelltönen.

Was viele nicht wissen: Die Qualität der Tinte spielt eine riesige Rolle

Ein weiterer Faktor, über den beim Stechen selten gesprochen wird: Nicht jede Tinte ist gleich. Hochwertige, professionelle Tattoo-Tinten haben oft eine einheitlichere Pigmentgröße und eine klarere chemische Zusammensetzung. Günstige Tinten oder selbst gemischte Farben können dagegen Verunreinigungen oder Füllstoffe enthalten, die die Laserbehandlung unvorhersehbar machen.

Andreas Baumgärtner erlebt das regelmäßig: „Manchmal sehe ich ein Tattoo und denke: Das sollte in fünf Sitzungen weg sein. Und dann reagiert die Farbe völlig anders als erwartet. Dann stellt sich heraus, dass das Tattoo im Urlaub in Thailand gestochen wurde – mit Tinte, deren Zusammensetzung wir nicht kennen."

Besonders bei älteren Tattoos oder solchen aus dem Ausland ist die Tintenzusammensetzung oft unklar. Manche enthalten Schwermetalle oder organische Verbindungen, die sich nur sehr langsam zersetzen lassen.

Cover-Ups sind noch komplizierter – und das liegt an den Schichten

Wer sein Tattoo nicht entfernt, sondern überstochen hat, trägt oft mehrere Farbschichten übereinander. Beim Cover-Up wird das alte Tattoo mit neuen, meist dunkleren Farben überdeckt. Das bedeutet: Wer später doch eine Entfernung möchte, muss gleich zwei oder mehr Tattoos loswerden.

Das Problem: Die unteren, älteren Farbschichten liegen tiefer in der Haut und reagieren oft anders auf den Laser als die oberen. Manchmal wird das ursprüngliche Tattoo nach den ersten Sitzungen sogar wieder sichtbar – ein Effekt, der viele Kunden überrascht.

Ein typischer Fall: Ein Kunde lässt sich mit 20 Jahren den Namen seiner damaligen Freundin stechen. Mit 25 wird daraus ein großes Blumen-Motiv – ein Cover-Up. Mit 35 möchte er die ganze Stelle frei haben. Die Laserbehandlung dauert dann oft doppelt so lange wie bei einem einfachen Tattoo.

Warum der PicoSure trotzdem die beste Wahl ist – auch bei schwierigen Farben

Auch wenn manche Farben anspruchsvoll sind: Der PicoSure-Laser gilt als der fortschrittlichste auf dem Markt, wenn es um Farbvielfalt geht. Seine spezielle Wellenlänge von 755 Nanometern ist besonders effektiv bei Grün- und Blautönen – genau den Farben, bei denen ältere Laser oft kapitulieren.

Hinzu kommt die PressureWave-Technologie: Statt die Haut nur mit Hitze zu belasten, erzeugt der PicoSure mechanische Druckwellen, die die Pigmente regelrecht zertrümmern. Das ist nicht nur schonender für die Haut, sondern auch effektiver bei hartnäckigen Farben.

In Kreuzlingen arbeitet Andreas Baumgärtner deshalb ausschließlich mit dem PicoSure. „Ich sehe immer wieder Kunden, die woanders mit einem älteren Laser behandelt wurden – und nach zehn Sitzungen immer noch große Farbreste haben. Mit dem PicoSure schaffen wir oft bessere Ergebnisse in der Hälfte der Zeit."

Was du vor der Entfernung wissen solltest – die ehrliche Beratung zählt

Wenn du überlegst, dein Tattoo entfernen zu lassen, lohnt sich ein ehrliches Beratungsgespräch. Dabei sollte geklärt werden:

  • Welche Farben sind in deinem Tattoo enthalten?
  • Wie tief sitzt die Tinte (professionell gestochen oder selbst gemacht)?
  • Gibt es Überlagerungen oder Cover-Ups?
  • Wie realistisch ist eine vollständige Entfernung?
  • Mit wie vielen Sitzungen kannst du rechnen?

Andreas Baumgärtner legt Wert darauf, keine falschen Versprechungen zu machen: „Ich sage meinen Kunden immer die Wahrheit. Wenn ein Tattoo schwierig wird, dann sprechen wir das vorher an. Niemand soll nach fünf Sitzungen überrascht sein, dass noch Farbreste da sind."

Ein Beispiel aus der Praxis: Das bunte Mandala am Bodensee

Vor einem Jahr kam eine Kundin in die Praxis in Kreuzlingen. Auf ihrem Oberarm prangte ein großes, farbenfrohes Mandala – gestochen auf Bali, mit vielen Gelb-, Orange- und Türkistönen. Sie hatte gelesen, dass Tattooentfernung „heute ganz einfach" sei.

Nach der ersten Sitzung mit dem PicoSure verschwanden die schwarzen Linien deutlich. Doch die hellen Farben blieben hartnäckig. Andreas erklärte ihr, dass diese Pigmente mehr Zeit brauchen – und dass Geduld der Schlüssel ist. Nach neun Sitzungen, verteilt über anderthalb Jahre, war das Tattoo zu 95 Prozent verschwunden. Die letzten feinen Gelbtöne verblassten in den Monaten danach von selbst.

Die Kundin war am Ende zufrieden – aber sie hatte gelernt: Nicht jedes Tattoo ist gleich. Und wer sich für bunte Motive entscheidet, sollte sich bewusst sein, dass eine spätere Entfernung aufwendiger sein kann.

Fazit: Farbe ist nicht gleich Farbe – und das solltest du wissen

Tattooentfernung ist heute so gut wie nie zuvor. Der PicoSure-Laser macht vieles möglich, was früher undenkbar war. Doch die Chemie der Farben setzt nach wie vor Grenzen. Schwarz und dunkle Töne lassen sich meist schnell und vollständig entfernen. Helle, bunte oder deckende Farben brauchen mehr Zeit, Geduld und oft auch mehr Sitzungen.

Wenn du in Kreuzlingen oder am Bodensee wohnst und über eine Tattooentfernung nachdenkst, ist ein ehrliches Erstgespräch der beste erste Schritt. Andreas Baumgärtner nimmt sich die Zeit, dein Tattoo genau anzusehen und dir eine realistische Einschätzung zu geben – ohne Schönfärberei, aber mit viel Erfahrung und dem besten Laser, den es derzeit gibt.