Es ist ein Thema, über das viele nicht offen sprechen: Der neue Partner mag dein Tattoo nicht. Oder der langjährige Partner hat sich daran sattgesehen. Vielleicht ist es der Name einer Ex-Freundin, ein Symbol aus einer vergangenen Lebensphase oder einfach ein Motiv, das nicht zum gemeinsamen Bild passt. Die Frage lautet dann oft: Entferne ich das Tattoo – für die Beziehung?
In unserer Praxis in Kreuzlingen erleben wir diese Konstellation häufiger, als viele denken. Und eines vorweg: Es gibt keine pauschale Antwort. Aber es gibt ein paar wichtige Perspektiven, die dir helfen können, eine klare Entscheidung zu treffen – eine, die du später nicht bereust.
Warum Tattoos in Beziehungen zum Thema werden
Tattoos sind nie nur Hautfarbe. Sie erzählen Geschichten – von Menschen, Erlebnissen, Überzeugungen. Genau deshalb können sie in einer Partnerschaft zum emotionalen Minenfeld werden. Besonders heikel wird es bei:
- Namen von Ex-Partnern: Der Klassiker. Für viele Partner ein absolutes No-Go, weil es wie eine sichtbare Erinnerung an jemand anderen wirkt.
- Paar-Tattoos aus früheren Beziehungen: Symbole, Daten oder Motive, die mit einer anderen Person geteilt wurden.
- Radikalen Symbolen: Politische, religiöse oder subkulturelle Motive, die nicht zur gemeinsamen Wertewelt passen.
- Ästhetischen Differenzen: Dein Partner findet das Motiv einfach nicht schön – oder zu groß, zu auffällig, zu dominant.
All das kann zu Spannungen führen. Manche Partner äußern ihren Unmut direkt, andere signalisieren es subtil. Und dann steht die Frage im Raum: Was zählt mehr – das Tattoo oder die Beziehung?
Die falsche Frage: Tattoo oder Beziehung?
Diese Entweder-oder-Logik ist verlockend – aber gefährlich. Denn sie vereinfacht eine komplexe emotionale Situation. Wenn du dein Tattoo nur entfernst, weil dein Partner Druck macht, kann das langfristig zu Groll führen. Du fühlst dich fremdbestimmt, dein Partner wird im Nachhinein vielleicht unbewusst dafür verantwortlich gemacht.
Umgekehrt gilt: Wenn du selbst das Tattoo längst bereust, aber aus Trotz festhältst, schadest du dir und der Beziehung. Die Lösung liegt also nicht in der Frage „Wer setzt sich durch?", sondern in einer ehrlichen Selbstreflexion: Will ich das Tattoo überhaupt noch – unabhängig von meinem Partner?
Drei Fragen, die dir Klarheit verschaffen
Bevor du einen Termin zur Tattooentfernung vereinbarst, solltest du dir diese Fragen stellen:
- 1. Habe ich selbst schon länger daran gedacht, das Tattoo zu entfernen? Wenn ja, könnte der Impuls deines Partners einfach der letzte Anstoß sein, den du gebraucht hast.
- 2. Fühlt sich die Bitte respektvoll an – oder wie eine Forderung? Ein Partner, der dich respektiert, wird nicht ultimativ fordern, sondern offen kommunizieren. Wenn du dich unter Druck gesetzt fühlst, ist das ein Warnsignal.
- 3. Kann ich mir vorstellen, ohne dieses Tattoo glücklicher zu sein? Nicht für ihn. Für dich. Das ist der Kern der Entscheidung.
Wenn du dich für die Entfernung entscheidest
Falls du – aus freien Stücken – zur Entscheidung kommst, dass du das Tattoo loswerden möchtest, dann ist das ein Schritt, der gut vorbereitet sein will. Hier in Kreuzlingen arbeiten wir mit dem PicoSure-Laser, der als einer der effektivsten Methoden zur Tattooentfernung gilt. Er zertrümmert die Farbpigmente mit ultrakurzen Lichtimpulsen in winzige Partikel, die dein Körper dann abbaut.
Das bedeutet:
- Weniger Sitzungen als bei älteren Lasern: Gerade bei schwarzer Tinte oft schon nach 3 bis 5 Behandlungen deutliche Ergebnisse.
- Schonender für die Haut: Weniger Hitzeentwicklung, weniger Narbenrisiko.
- Auch bunte Tattoos entfernbar: Grün- und Blautöne, die früher kaum behandelbar waren, sprechen auf PicoSure gut an.
Die Entfernung dauert mehrere Monate, weil zwischen den Sitzungen mindestens 6 bis 8 Wochen Pause liegen müssen. Das gibt dir auch Zeit, die Entscheidung emotional zu verarbeiten.
Was dein Partner wissen sollte
Wenn dein Partner dich in diesem Prozess begleitet, ist es wichtig, dass er oder sie versteht: Das ist kein kosmetischer Schnelleingriff. Tattooentfernung ist aufwendig, manchmal unangenehm, und sie erfordert Geduld. Wenn dein Partner das nicht respektiert oder ungeduldig wird, ist das ebenfalls ein Hinweis darauf, wie ernst es ihm oder ihr wirklich mit dem Thema ist.
Wenn du das Tattoo behalten möchtest
Und was, wenn du nach reiflicher Überlegung merkst: Nein, ich will dieses Tattoo nicht entfernen – auch nicht für die Beziehung? Dann ist das dein gutes Recht. Dein Körper gehört dir, nicht eurem Paar-Projekt.
Ein gesunder Partner wird das akzeptieren können. Vielleicht braucht es ein ehrliches Gespräch darüber, warum dieses Tattoo dir wichtig ist. Vielleicht hilft es, die Geschichte dahinter zu erklären – nicht rechtfertigend, sondern offen. Oft löst sich Ablehnung auf, wenn Verständnis entsteht.
Und falls nicht? Falls dein Partner ernsthaft die Beziehung infrage stellt, weil du ein Tattoo behältst? Dann geht es vermutlich um mehr als Hautfarbe. Dann geht es um Kontrolle, Akzeptanz und Respekt – Themen, die tiefer reichen als jedes Motiv.
Ein realistischer Blick auf die Kosten
Falls du dich für die Entfernung entscheidest – aus welchen Gründen auch immer –, solltest du die finanziellen Aspekte kennen. Eine Sitzung mit dem PicoSure-Laser kostet je nach Tattoo-Größe zwischen 150 und 600 Franken. Bei einem mittelgroßen Tattoo (z. B. Unterarm) rechne mit etwa 4 bis 6 Sitzungen. Das summiert sich auf 800 bis 2.500 Franken.
Manche Praxen bieten Ratenzahlungen an – auch wir hier in Kreuzlingen finden individuelle Lösungen, wenn das Budget knapp ist. Aber: Lass dir von niemandem einreden, dass du das Geld „für die Beziehung" ausgeben musst. Diese Investition solltest du nur tätigen, wenn du selbst dahinterstehst.
Unser Fazit aus der Praxis
Nach vielen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten in Kreuzlingen können wir eines sagen: Die besten Entfernungen sind die, bei denen die Entscheidung aus innerem Antrieb kommt. Wenn du spürst, dass das Tattoo nicht mehr zu dir passt – sei es wegen deines Partners, wegen deiner Karriere oder einfach wegen deiner persönlichen Entwicklung – dann ist die Entfernung eine Befreiung.
Aber wenn du es nur tust, um jemand anderem zu gefallen, wirst du es womöglich bereuen. Oder schlimmer: Du wirst es deinem Partner vorwerfen.
Deshalb unser Rat: Nimm dir Zeit. Sprich mit deinem Partner, aber auch mit dir selbst. Und wenn du merkst, dass die Entfernung für dich stimmig ist – dann sind wir hier. Mit moderner Technologie, realistischer Beratung und ohne Druck. Denn am Ende geht es um deine Haut, dein Leben, deine Entscheidung.