Stell dir vor: Du hast dich endlich durchgerungen. Der erste Termin zur Tattooentfernung ist geschafft, die Haut ist ein bisschen rot, vielleicht leicht geschwollen – aber das Tattoo? Das ist noch genauso da wie vorher. Oder schlimmer noch: Es sieht sogar dunkler aus als vorher.
Genau in diesem Moment rufen uns viele an. "Hat das überhaupt funktioniert?", "Ist mein Tattoo zu tief gestochen?", "Habe ich umsonst bezahlt?"
Die ehrliche Antwort: Nein, alles läuft nach Plan. Aber was nach einer Laserbehandlung in deiner Haut passiert, sieht man nicht sofort. Und genau das sorgt für Frust – obwohl es keinen Grund dafür gibt.
Warum dein Tattoo direkt nach der Sitzung noch da ist
Der PicoSure-Laser zerschießt die Farbpigmente in winzige Teilchen. Das passiert tatsächlich in Sekundenbruchteilen. Aber diese zertrümmerten Pigmente liegen danach erst mal noch in deiner Haut – wie Staub nach einer Explosion.
Jetzt kommt dein Immunsystem ins Spiel. Die sogenannten Makrophagen, eine Art Aufräumtrupp deines Körpers, müssen die Pigmente über das Lymphsystem abtransportieren. Und das braucht Zeit. Wochen, manchmal Monate.
Deshalb gilt: Was du direkt nach der Behandlung siehst, ist nicht das Endergebnis. Noch nicht mal ansatzweise.
Ab wann sieht man die ersten Veränderungen?
Die meisten unserer Kundinnen und Kunden berichten, dass sie nach etwa 3 bis 6 Wochen erste Aufhellungen bemerken. Manche sehen es schon nach zwei Wochen, andere erst nach acht. Das hängt von vielen Faktoren ab:
- Wie gut dein Immunsystem arbeitet
- Wie tief das Tattoo gestochen wurde
- Welche Farben verwendet wurden (Schwarz verblasst schneller als Grün oder Gelb)
- Wie alt das Tattoo ist
- Ob du rauchst, viel Wasser trinkst, Sport machst – ja, das alles beeinflusst den Heilungsprozess
Ein kleines schwarzes Tattoo am Unterarm? Da siehst du oft schon nach der ersten Sitzung deutliche Fortschritte. Ein großes, buntes Sleeve mit viel Grün? Das braucht mehr Geduld.
Warum sieht mein Tattoo manchmal dunkler aus?
Das ist tatsächlich ein Phänomen, das viele erschreckt. Nach der Laserbehandlung kann das Tattoo vorübergehend dunkler wirken. Das liegt daran, dass die Haut leicht anschwillt und sich Lymphflüssigkeit ansammelt. Dadurch werden die Pigmente optisch dichter – wie ein nasser Schwamm, der dunkler aussieht als ein trockener.
Das geht nach ein paar Tagen wieder weg. Versprochen.
Was du tun kannst, um den Prozess zu unterstützen
Auch wenn du das Ergebnis nicht beschleunigen kannst – du kannst deinem Körper helfen, effizienter zu arbeiten:
- Trinke viel Wasser. Dein Lymphsystem braucht Flüssigkeit, um die Pigmente abzutransportieren.
- Bewege dich. Sport regt die Durchblutung und das Lymphsystem an. Aber Vorsicht: In den ersten Tagen nach der Behandlung solltest du es ruhig angehen lassen.
- Vermeide Alkohol und Nikotin. Beides bremst dein Immunsystem aus.
- Schlaf genug. Dein Körper regeneriert nachts – auch deine Haut.
- Halte die behandelte Stelle aus der Sonne. UV-Strahlung stört den Heilungsprozess und kann zu Pigmentstörungen führen.
Wie viele Sitzungen brauche ich insgesamt?
Das ist die Frage, die uns am häufigsten gestellt wird. Und die ehrlichste Antwort ist: Es kommt darauf an.
Mit dem PicoSure-Laser schaffen wir oft bessere Ergebnisse in weniger Sitzungen als mit älteren Lasergeräten. Ein kleines, schwarzes Tattoo kann manchmal schon nach 3 bis 4 Sitzungen komplett verschwunden sein. Ein farbenfrohes, großes Tattoo braucht eher 6 bis 10 Sitzungen – manchmal auch mehr.
Zwischen den Sitzungen sollten mindestens 8 bis 12 Wochen liegen. Ja, das klingt lang. Aber deine Haut braucht diese Zeit, um die Pigmente loszuwerden und sich zu erholen.
Was wir unseren Kunden in Kreuzlingen immer raten
Hier bei uns in der Praxis am Bodensee sehen wir täglich Menschen, die mit hohen Erwartungen kommen – und das ist auch völlig okay. Aber wir sagen immer: Tattooentfernung ist ein Marathon, kein Sprint.
Wenn du nach der ersten Sitzung noch nichts siehst, heißt das nicht, dass nichts passiert. Dein Körper arbeitet bereits. Du siehst es nur noch nicht.
Nach der zweiten oder dritten Sitzung wird es deutlicher. Und plötzlich merkst du: Da tut sich was. Das Tattoo verblasst. Die Linien werden unschärfer. Die Farben heller.
Und irgendwann – oft früher, als du denkst – ist es weg. Oder so verblasst, dass ein Cover-Up problemlos möglich ist.
Ein realistischer Zeitplan
Damit du eine Vorstellung bekommst, hier ein grober Fahrplan für eine durchschnittliche Tattooentfernung:
- Woche 0: Erste Laserbehandlung. Haut ist gerötet, eventuell kleine Bläschen.
- Woche 1–2: Haut heilt ab. Tattoo sieht noch unverändert aus, eventuell sogar dunkler.
- Woche 3–6: Erste Aufhellungen werden sichtbar. Jetzt merkst du: Es funktioniert.
- Woche 8–12: Zweite Sitzung. Der Prozess beginnt von vorne.
- Nach 6–12 Monaten: Deutliche Verbesserung. Je nach Tattoo sind 3–5 Sitzungen durch.
Das ist natürlich nur ein Richtwert. Manche sind schneller, manche langsamer. Aber so ungefähr kannst du damit rechnen.
Unser Tipp: Mach Fotos
Viele unserer Kunden merken die Veränderung gar nicht, weil sie ihr Tattoo ja täglich sehen. Deshalb raten wir: Mach vor jeder Sitzung ein Foto. Immer im gleichen Licht, aus der gleichen Perspektive.
Wenn du dann nach ein paar Monaten die Bilder vergleichst, wirst du staunen, wie viel sich getan hat.
Fazit: Geduld zahlt sich aus
Ja, Tattooentfernung dauert. Und ja, die erste Sitzung ist oft ernüchternd. Aber das liegt nicht daran, dass die Behandlung nicht funktioniert – sondern daran, dass dein Körper Zeit braucht, um die Arbeit zu erledigen.
Wenn du realistisch an die Sache rangehst, dich gut um deine Haut kümmerst und den Prozess nicht überstürzt, wirst du mit dem Ergebnis am Ende sehr zufrieden sein.
Und falls du unsicher bist oder Fragen hast – ruf uns einfach an. Wir begleiten dich durch den gesamten Prozess und schauen uns dein Tattoo ganz individuell an. Hier in Kreuzlingen, direkt am Bodensee, nehmen wir uns Zeit für dich.