Andreas Baumgärtner erlebt es in seiner Praxis in Kreuzlingen fast täglich: Patienten kommen nach der ersten Sitzung mit dem PicoSure-Laser und wollen am liebsten schon in zwei Wochen den nächsten Termin. Die Motivation ist verständlich – wer sein Tattoo loswerden will, will es jetzt loswerden. Doch tatsächlich ist die Pause zwischen den Sitzungen genauso wichtig wie die Laserbehandlung selbst.
Warum 6 bis 8 Wochen Pause der goldene Standard sind
Die meisten Praxen – so auch tattooentfernung-kreuzlingen.ch – empfehlen einen Abstand von 6 bis 8 Wochen zwischen den einzelnen Sitzungen. Das hat nichts mit künstlicher Verzögerung zu tun, sondern mit der Biologie deiner Haut.
Wenn der PicoSure-Laser die Farbpigmente in deiner Haut zerschießt, entstehen winzige Partikel. Diese müssen von deinem Immunsystem – genauer gesagt von den Makrophagen, den „Fresszellen" – erkannt, aufgenommen und über das Lymphsystem abtransportiert werden. Dieser Prozess dauert mehrere Wochen.
Wer zu früh die nächste Sitzung macht, stört diesen Abtransport. Die Haut ist noch dabei, die alten Partikel zu verarbeiten – und bekommt schon die nächste Ladung. Das Ergebnis: Die Haut wird überfordert, die Heilung verzögert sich, und im schlimmsten Fall steigt das Risiko für Narben oder Pigmentstörungen.
Was in den 6 bis 8 Wochen wirklich passiert
Die Pause zwischen den Sitzungen ist keine tote Zeit. In deinem Körper läuft ein hochkomplexer Prozess ab:
- Woche 1–2: Die Haut heilt oberflächlich ab. Rötungen, Schwellungen und eventuelle Krusten verschwinden.
- Woche 3–5: Die Makrophagen arbeiten auf Hochtouren. Sie transportieren die zertrümmerten Farbpartikel über die Lymphbahnen ab. In dieser Phase verblasst das Tattoo oft am stärksten – auch wenn du es nicht täglich siehst.
- Woche 6–8: Die Haut regeneriert sich vollständig. Kollagen wird neu gebildet, die Hautstruktur stabilisiert sich. Jetzt ist der ideale Zeitpunkt für die nächste Sitzung.
Warum PicoSure kürzere Abstände erlaubt – aber nicht erzwingt
Der PicoSure-Laser arbeitet mit ultrakurzen Picosekunden-Impulsen. Das bedeutet: Er zerschlägt die Farbpartikel in noch kleinere Teile als ältere Nanosekunden-Laser. Kleinere Partikel = leichterer Abtransport für dein Immunsystem.
Manche Patienten fragen deshalb, ob sie mit PicoSure nicht schneller hintereinander lasern können. Theoretisch ja – in manchen Fällen sind Abstände von 4 bis 6 Wochen möglich. Aber: Auch mit PicoSure braucht deine Haut Zeit zur Regeneration. Andreas Baumgärtner empfiehlt, lieber auf Nummer sicher zu gehen und der Haut die vollen 6 bis 8 Wochen zu gönnen.
Diese Faktoren können die Wartezeit verlängern
Nicht bei jedem Patienten sind 6 Wochen ausreichend. In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, die Abstände zu verlängern:
- Große, dichte Tattoos: Je mehr Tinte in der Haut steckt, desto mehr Arbeit hat dein Lymphsystem. Hier können 8 bis 10 Wochen Pause sinnvoll sein.
- Schlechte Durchblutung: Tattoos an Händen, Füßen oder Unterschenkeln brauchen länger, weil die Durchblutung dort geringer ist.
- Rauchen oder schwaches Immunsystem: Beides verlangsamt den Abtransport der Farbpartikel.
- Alter der Haut: Mit zunehmendem Alter regeneriert sich die Haut langsamer. Bei Patienten über 50 empfehlen sich oft längere Pausen.
Was passiert, wenn du zu früh wieder kommst?
Manche Patienten drängen auf kürzere Abstände – aus Ungeduld, aus beruflichen Gründen oder weil sie denken, sie könnten Zeit sparen. Doch das Gegenteil ist der Fall.
Zu kurze Abstände führen zu:
- Schlechterer Farbentfernung: Die Haut ist noch mit den alten Partikeln beschäftigt und kann neue nicht effektiv verarbeiten.
- Verlängerter Gesamtdauer: Am Ende brauchst du mehr Sitzungen, weil jede einzelne weniger effektiv ist.
- Erhöhtem Narbenrisiko: Die Haut hat keine Zeit, sich zu regenerieren, und reagiert mit Überempfindlichkeit.
- Pigmentstörungen: Zu häufiges Lasern kann Melanozyten (Pigmentzellen) stören – helle oder dunkle Flecken sind die Folge.
Wie du die Wartezeit für dich nutzen kannst
Statt die Wochen zwischen den Sitzungen als lästige Warterei zu sehen, kannst du sie aktiv nutzen, um das Ergebnis zu verbessern:
- Unterstütze dein Lymphsystem: Viel Wasser trinken, regelmäßige Bewegung und Lymphdrainagen können den Abtransport beschleunigen.
- Pflege deine Haut: Feuchtigkeitscremes ohne Parfüm halten die Haut geschmeidig und fördern die Heilung.
- Vermeide Sonne: UV-Strahlen können Pigmentstörungen auslösen. Auch Wochen nach der Sitzung solltest du die behandelte Stelle mit LSF 50+ schützen.
- Beobachte Fortschritte: Mach alle zwei Wochen ein Foto bei gleichen Lichtverhältnissen. Du wirst sehen: Auch zwischen den Sitzungen tut sich was.
Wann du mit Andreas Baumgärtner über kürzere Abstände sprechen solltest
In Ausnahmefällen – etwa bei sehr kleinen, oberflächlichen Tattoos oder bei speziellen Farbpigmenten – kann ein kürzerer Abstand sinnvoll sein. Das entscheidet aber immer der erfahrene Behandler.
In der Praxis in Kreuzlingen schaut Andreas Baumgärtner sich jeden Fall individuell an. Faktoren wie Hauttyp, Tattoo-Größe, Farbzusammensetzung und bisherige Reaktion auf die Behandlung fließen in die Planung ein. Wenn du das Gefühl hast, dass deine Haut besonders schnell heilt oder du aus wichtigen Gründen einen engeren Zeitplan brauchst, sprich es offen an – aber erwarte keine Wunder.
Die Wahrheit über Turbo-Entfernung
Im Internet kursieren Angebote von Praxen, die mit „Turbo-Methoden" oder „R20-Protokollen" werben – mehrere Laser-Durchgänge in einer einzigen Sitzung im Abstand von 20 Minuten. Klingt verlockend, ist aber umstritten.
Studien zeigen, dass diese Methoden zwar in Einzelfällen funktionieren können, aber auch ein deutlich höheres Risiko für Nebenwirkungen bergen. Die meisten seriösen Dermatologen – darunter auch Andreas Baumgärtner – raten davon ab. Die Haut ist kein Hochleistungsmotor, den man im Sprint-Modus fahren kann.
Fazit: Geduld zahlt sich aus
Die 6 bis 8 Wochen zwischen den Sitzungen sind keine verlorene Zeit, sondern eine Investition in dein Ergebnis. Deine Haut braucht diese Pause, um die Farbpartikel abzutransportieren, sich zu regenerieren und für die nächste Behandlung bereit zu sein.
Wer zu schnell zu viel will, riskiert schlechtere Ergebnisse, längere Gesamtdauer und unnötige Hautschäden. Vertraue dem Prozess – und deinem Körper. In der Praxis am Bodensee begleitet dich Andreas Baumgärtner durch jeden Schritt und plant die Abstände so, dass du sicher und effektiv zu deinem Ziel kommst.
Am Ende zählt nicht, wie schnell du dein Tattoo loswirst – sondern wie gut.